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Kältetechnik und das Internet #1: Homepages für Kältetechniker

Kaum eine Entwicklung der letzten Jahre beeinflusst unser Alltags- und Geschäftsleben so sehr wie das Internet. Auch unsere Branche bleibt davon nicht unbetroffen. In einer kleinen Serie in unserem Blog beleuchten wir daher verschiedene Aspekte des Internets und Ihre Auswirkung und Bedeutung für uns in der Kältetechnik. In Teil 1 geht es um die Webseite von Kältetechnik-Betrieben.

Egal, ob Sie vor einer Montage das Wetter checken wollen, die Wegbeschreibung zur Baustelle benötigen oder einen Grill für die Betriebsfeier kaufen müssen. Für extrem viele Problemstellungen ist mittlerweile das Internet der allererste Anlaufpunkt auf dem Weg zur Lösung. Das betrifft logischerweise auch das Kältehandwerk. Der Kunde, der eine Splitklimalösung für sein Schlafzimmer benötigt, beginnt, wenn er keinen Kälteanlagenbauer kennt, seine Recherche ebenso bei Google, wie der Gastronom, der eine neue Kühlzelle benötigt oder der Projektleiter, der nach Ansprechpartnern für den Kälteteil seines Leistungsverzeichnisses sucht. Alles potentielle Kunden – wer als Kälteanlagenbauer heute keine Internetseite hat, muss schon sehr gute Gründe dafür haben. Das ist mittlerweile nichts neues. Doch zu oft laufen uns Webseiten über den Weg, die so schlecht gestaltet sind, dass man es besser hätte sein lassen. Lassen Sie mich daher in diesem Blogpost darstellen, was die Website eines Anlagenbauers in unseren Augen gut macht, welches Vorgehen erfahrungsgemäß sinnvoll ist und welche Elemente eine Website beinhalten sollte.

Wer sich ein wenig mit der Materie beschäftigt, stellt fest, dass die Thematik alles andere als trivial ist und sich permanent weiterentwickelt. Gefühlt wird das Internet alle paar Monate neu erfunden und bei all den Trends, die durch den digitalen Äther fließen, angefangen bei Suchmaschinenoptimierung über Facebook, Twitter, Amazon, Handwerkervermittlungen, Blogs bis hin zu Web 2.0, 3.0 und Industrie 4.0 ist es alles andere als einfach, hier den Durchblick zu behalten. Naturgemäß befassen wir uns intensiv mit dem Internet und sind daher auch für unsere Kunden häufig erster Ansprechpartner, wenn es um Fragen geht, wie: “Muss ich als Kälteanlagenbauer twittern?” “Brauche ich eine Facebook-Fanpage?” “Meine Internetagentur hat mir ein Angebot gemacht für meine Website. Was meint ihr dazu?” und so weiter.

Lassen Sie mich in diesem Blogpost versuchen, ein paar der über die Jahre gesammelten Erfahrungen zusammenzufassen. Auch wenn es nie eine generelle, für jeden Betrieb funktionierende Faustformel geben kann, gibt es vermeidbare Fettnäpfchen. Wie fast überall macht es Sinn, nicht direkt loszulegen, sondern sich zunächst ein paar Fragen zu stellen.

Was ist das Ziel Ihrer Webseite?
Sich vor der Gestaltung der Webseite mit Zettel und Stift hinzusetzen und zunächst zu skizzieren, welchen Zweck Sie erfüllen soll, wird Ihre Webseite besser machen. Versuchen Sie, sich in die Lage eines Kunden hineinzuversetzen, der nach Ihrer Dienstleistung sucht. Für Handwerksleistungen ist immer häufiger Google der Ausgangspunkt jeder Recherche. Wie würden Sie vorgehen, wenn Sie Ihre Dienstleistung suchen? Wonach würden Sie googlen? Was würden Sie hoffen, zu finden?

Wenn Sie Dienstleistungen in einem lokalen Bereich verrichten, sind beispielsweise Suchbegriffe wie “Kältetechniker Meppen” oder “Klimaanlage einbauen Münsterland” gängig. Falls Sie überregional arbeiten und hochgradig spezialisiert sind, kann eine breitere Streuung Sinn machen, etwa auf Begriffe wie “Wintergartenklimatisierung”. Stellen Sie sicher, dass diese Begriffe in den Texten auf Ihrer Homepage auftauchen. Google “liest” Ihre Internetseite und versteht relativ gut, worum es geht. Unter anderem basierend darauf entscheidet Google, wie relevant Ihre Webseite in den Suchergebnissen für einen bestimmten Begriff ist. Machen Sie jedoch nicht den Fehler und “spammen” Ihre Seite mit diesem Suchbegriff voll. Gestalten Sie Ihre Webseite für Ihren Kunden, nicht für Google.

Ein Kunde, der auf der Suche nach einem Dienstleister für Kältetechnik ist, möchte anhand seiner Webrecherche ein Unternehmen finden, das in der Lage ist, die von ihm benötigte Dienstleistung zuverlässig durchzuführen. Versuchen Sie auch hier, sich in die Lage des Kunden zu versetzen oder schauen Sie sich selbst an, wenn Sie eine Dienstleistung suchen. Worauf legen Kunden wert?

  • der Handwerker ist relevant, kann also die von mir gesuchte Leistung umsetzen.
  • der Handwerker arbeitet qualitativ hochwertig, ist also in der Lage die gewünschte Qualität umzusetzen
  • der Handwerker arbeitet in einem Preis- und Zeitrahmen, der für mich akzeptabel ist (hierüber wird in der Regel nicht die Webseite allein Auskunft geben können, sondern die persönliche Absprache. Aber wir müssen erst einmal dahin kommen, dass der Kunde seine Anfrage bei Ihnen stellt!)
  • Kontaktinformationen sind einfach auffindbar und der Handwerker ist erreichbar

Das klingt alles trivial. Aber wie oft haben Sie selbst Webseiten gesehen, die gefühlt das letzte mal 1998 vom Nachbarsjungen überarbeitet wurden, überladen mit Spielereien, schlecht gestaltet und nicht informativ? Wie häufig haben Sie minutenlang die Telefonnummer des Ansprechpartners suchen müssen? Um dann niemanden zu erreichen? Im Internet ist der nächste Wettbewerber immer nur zwei Klicks entfernt. Diese mittlerweile schon fast ausgelutschte Phrase führt die Notwendigkeit eines professionellen Internetauftritts vor Augen. Wenn Sie keinen professionellen Internetauftritt haben, der Konkurrent drei Straßen weiter aber schon – wer bekommt wahrscheinlicher Aufträge?

Inhalte
Ihre Webseite ist die XXL-Visitenkarte Ihres Unternehmens. Sie sollte gut gestaltet sein und auch auf Smartphones und Tablets vernünftig angezeigt werden können (das nennt sich responsiv). Auf Ihrer Webseite sollten Sie einen Überblick über Ihre Leistungsspektrum geben. Weisen Sie nach Möglichkeit Referenzen vor! Dies erhöht erfahrungsgemäß das Vertrauen von Besuchern in Ihre Leistungen. Neben Fotos sind hier (echte!) Kundenstimmen extrem hilfreich. Fragen Sie bei ein paar Stammkunden an, ob sie bereit wären, ein kleines Statement abzugeben. Falls Sie Mitglied in einer Innung o.Ä. sind, zeigen Sie dies (aber stellen Sie ggf. sicher, dass Sie die Logos verwenden dürfen).

Generell sollten Sie einen gesunden Mix aus Bildern und Text verwenden. Ewige Texte, etwa zu der Funktionsweise einer Kälteanlage oder über die Vorzüge einer Klimaanlage sind unserer Erfahrung nach fast immer vergebene Liebesmüh. Der Kunde, der auf der Webseite eines Kälteanlagenbauers ist, ist dort ja bereits, weil er sich für eine entsprechende Lösung interessiert – und thermodynamische Prinzipien interessieren ihn meistens nicht. Zum Darstellen von Kompetenz sind vernünftig aufgebaute Referenzen wie oben dargestellt mit Bildern fertiger Anlagen und – wo möglich – mit Kundenstimmen besser geeignet. Wenn Sie die Möglichkeit haben, professionelle (!) Videos zu erstellen, ist das die “Königsdisziplin” der Webseitengestaltung – für die allermeisten Betriebe stehen hier aber Aufwand und Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis.

Wenn ihr Unternehmen bereits eine Story hat, sollten Sie diese erzählen! Wie ist die Entstehungsgeschichte Ihres Unternehmens? Was waren wichtige Meilensteine? Wie sind Sie zur Kältetechnik gekommen? Wer sind die Personen hinter dem Unternehmen? Zeigen Sie Gesicht und machen Sie Ihr Unternehmen greifbar. Wir glauben, dass auch Ihre Kunden Menschen sind und mit Menschen arbeiten möchten – nicht mit anonymen Buden. Bei dem Aspekt “Story” wurde das ein oder andere Mal seitens unserer Kunden angemerkt, dass Sie Mitarbeiter aus Angst vor Personalabwerbern nicht auf der Webseite vorstellen wollen. Wir glauben, dass ein wechselwilliger Mitarbeiter bzw. ein findiger Konkurrent sich nicht durch das vorhanden- oder nicht Vorhandensein einer Vorstellung auf der Webseite abhalten lässt. Hinzukommt, dass die Vorstellung der Mitarbeiter auf der Webseite ein wichtiger Wertschätzungsaspekt sein kann – aber berücksichtigen Sie diesen Aspekt bei Ihren Überlegungen.

Hauptaufgabe Ihrer Webseite ist es, Besucher dazu zu animieren, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Ihre Telefonnummer sollte daher direkt bei Ihrem Logo stehen und gut sichtbar auf jeder Seite Ihrer Internetpräsenz zu sehen sein. Weiterhin macht es Sinn, Kontaktformulare einzurichten. Stellen Sie sicher, dass Anfragen per Email und natürlich auch per Telefon gut beantwortet werden. Hierauf gehe ich in einem zukünftigem Blogbeitrag noch detaillierter ein. Wenn Sie besondere Services oder Garantien (24h Notdienst, etc.) bieten, macht es Sinn, diese ebenfalls im Header darzustellen.

Bitte berücksichtigen Sie auch, dass es gewisse rechtliche Aspekte bei einer Webseite gibt, die eingehalten werden müssen, etwa das Impressum. Bilder sollten ebenfalls nur dann genutzt werden, wenn Sie die Rechte dazu haben. Schlamperei hier kann hier sehr schnell sehr teuer werden.

Technik
Skizzieren Sie anhand dieser Aspekte und eventueller weiterer, Ihnen persönlich wichtiger Elemente den Aufbau Ihrer Webseite. Steht das grobe Grundgerüst, geht es nun an die Umsetzung. Hier müssen Sie sich die Frage stellen, wie gut es um Ihre technischen Fähigkeiten und um Ihre Zeit bestellt ist. Wenn Sie es sich zutrauen und die Zeit haben, gibt es mittlerweile zahlreiche Lösungen, Homepages im Baukastenprinzip aufzusetzen. Diese erfordern keinerlei Programmierkenntnisse und es ist leicht, professionelle Ergebnisse zu erzielen. Die Anpassungsmöglichkeiten sind zwar überschaubar – aber für die Webseite eines Kälteanlagenbauers meist vollkommen ausreichend. Der unserer Ansicht nach führende Homepage-Baukastenanbieter ist Jimdo, wobei auch andere Lösungen wie Wix sehr gut sind. Tun Sie sich den Gefallen und bezahlen Sie die meist geringe Grundgebühr für diese Baukastensysteme. In den kostenlosen Grundversionen ist meistens ein Hinweis darauf auf der Webseite enthalten. Und was würden Sie von einem Unternehmen halten, das noch nicht mal die paar Euro für eine solche Lizenz ausgeben möchte?

Falls Ihnen die Möglichkeiten dieser Baukastensysteme nicht reichen, ist eine Alternative mit etwas mehr Anpassungsmöglichkeiten ein sogenanntes Content Management System – die hier weltweit führenden und empfehlenswertesten Systeme sind WordPress und Joomla. Die für ein solches CMS System benötigten Fähigkeiten sind etwas höher, aber durchaus erlernbar. Stellen Sie sich jedoch bei der Erstellung Ihrer Webseite wie schon zuvor erwähnt die Frage, ob Sie die Zeit, die Lust und die Fähigkeiten dazu haben. Sie wissen vermutlich selbst, wie “erfreulich” es als Anlagenbauer ist, wenn man zu Anlagen gerufen wird, an denen sich jemand Fachfremdes versucht hat. Auch Webseiten-Gestaltung ist ein Handwerk mit Existenzberechtigung. Ein Profi kann Ihnen hier viel Arbeit abnehmen, sodass Sie sich ums Kältehandwerk kümmern können. Beachten Sie jedoch, dass es oft üblich ist, dass der Kunde dem Webdesigner Texte und Fotos für die Webseite liefert – und unterschätzen Sie diesen Aufwand nicht. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Ihr Webdesigner versteht, was die Ziele Ihrer Webseite sind. Sprechen Sie mit ihm darüber, was Sie als Unternehmen machen und lassen Sie ihn Vorschläge machen, wie man dies vermitteln kann. Zwei Köpfe haben mehr Ideen als einer.

Kostentechnisch dürften Sie sich mit einem Profi je nach Umfang zwischen dem mittleren dreistelligen und mittleren vierstelligem Betrag bewegen. In aller Regel, also wenn ihr Vorhaben nicht vollkommen exotisch ist, wird auch der Profi ein Content Management System installieren und einrichten. Wir empfehlen, sich vom Webdesigner zeigen zu lassen, wie man z.B. Texte verändert, sodass man nicht permanent in Abhängigkeit eines Dienstleisters ist, wenn mal ein Bild getauscht werden soll.

Wovon wir definitiv abraten sind selbstgebastelte Lösungen oder auch fest auf dem Rechner installierte Programme wie Frontpage. Auch wenn Sie oder jemand im Bekanntenkreis möglicherweise IT-affin ist und etwas programmieren kann, stehen hier einerseits Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis und andererseits sind auch sehr gute selbst entwickelte Lösungen meist Content Managementsystemen beispielsweise in Aspekten wie Suchmaschinenoptimierung unterlegen. WordPress wurde mehrere hundert Millionen Male installiert und ist entsprechend technisch bis ins feinste ausgereift. Selbst gebaute Lösungen sind hier fast immer unterlegen – und nicht selten auch schwierig in der Anpassung und Pflege.

Holen Sie sich Feedback!
Auch wenn es nicht immer leicht ist: Fragen Sie nach Feedback. Sowohl Kunden, als auch vollkommen Fachfremde. Es lässt sich nicht vermeiden, dass Sie mit der Zeit “betriebsblind” werden, Fehler übersehen oder an der Zielgruppe vorbei gestalten. In verschiedenen Entwicklungsstufen der Webseite sollten Sie daher immer wieder Dritte mit einbinden und diese um Meinungen bitten. Hilfreich ist auch, jemanden darum zu bitten, eine bestimmte Aufgabe auf einer Webseite auszuführen (etwa: “Schicke uns eine Nachricht über das Kontaktformular” oder “finde heraus, ob wir auch Gastrokühlung machen”, etc.) und bei der Ausführung dieser Aufgabe laut zu denken. So fallen Ihnen möglicherweise Dinge wie schlecht auffindbare Buttons oder Ähnliches auf.

Und weiter?
Nachdem Ihre Webseite nun nach langer Arbeit endlich online geht gilt es nun, die Webseite populär zu machen – was nützt all die Mühe schließlich, wenn niemand die Webseite besucht? Die Webseite muss beworben werden! Die Möglichkeiten hier stellen wir Ihnen im zweiten und nächsten Teil unserer kleinen Serie vor. Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat oder Sie einfach auch nur unsere Meinung zu Ihrer Webseite haben wollen, kontaktieren Sie uns gern – falls Sie Internetseiten von Handwerkern kennen, die Sie besonders gut finden, stellen Sie diese gern in der Diskussion vor. Und auch, falls mir vollkommen wichtige Aspekte der Webgestaltung entfallen sind oder ich ein absolut bahnbrechendes Content Management System oder sonstiges nicht erwähnt habe, freue ich mich auf Ihre Rückmeldung.